Heute ist es ein Jahr her, dass ich einen Anruf bekam, den keine Mama bekommen sollte. Eine Freundin meiner Tochter war am Telefon und sagte mir, mein Kind sei gerade brutal zusammengeschlagen worden. Im Hintergrund hörte ich mein Kind schluchzen und immer wieder „Meine Mama, meine Mama“ sagen. Als ich ankam, lag sie blutüberströmt auf einer Bank. Die Täterin hatte sie zu Boden gebracht und so heftig auf sie eingeschlagen und eingetreten, dass sie sich dabei selbst die Hand brach. Meine Tochter kam mit aufgeplatzten Lippen, einem Schädel-Hirn-Trauma und einem Bauchtrauma ins Krankenhaus. Was dann folgte würde mir kein Mensch glauben, wenn ich nicht glücklicherweise alles Schriftlich hätte. Mein Kind schläft schlecht, weint viel, zieht sich zurück. Etwa einmal pro Woche muss ich sie aus der Schule abholen, weil sie eine Panikattacke hat oder einfach nicht mehr aufhören kann zu weinen vorher war sie frech, selbstbewusst und fröhlich… Sie ist in Therapie, aber draußen fühlt sie sich bis heute nur sicher, wenn ich dabei bin oder mindestens 2 ihrer Freunde. Ich fahre sie zu Verabredungen oder Freunde holen sie ab. Wenn sie sich doch mal allein rausgetraut hat, wurde sie wieder von der Täterin belästigt. Und kommenden Freitag soll sie von ihrer jetzigen Schule aus zu einer Veranstaltung zur Berufsausbildung an ihre alte Schule. Dort wurde sie zwei Jahre lang gemobbt, und ihre Schlägerin soll an derselben Veranstaltung teilnehmen, weil sie dort auf der Schule im selben Jahrgang ist. Mein Kind wird da nicht hingehen. Aber es macht mich so wütend, dass sie deshalb auf diese Veranstaltung verzichten muss. Ich habe damals schon erlebt, wie wenig sie dort geschützt wurde und wie sehr aus meiner Sicht Täter geschützt wurden, gerade auch wenn sie nicht deutsch waren. Warum sollte ich darauf vertrauen, dass es diesmal anders läuft? Begleiten kann ich sie nicht mal, weil ich dort Hausverbot habe, nachdem ich den Direktor mehrfach bei den Behörden angezeigt habe. Kommenden Monat ist endlich die erste Verhandlung vor dem Jugendstrafgericht. Die Zivilklage steht auch noch aus aber ich habe einen super Anwalt an meiner Seite, der die ganze Zeit für mich da ist. Dieses Wochenende ist meine Tochter zum Glück bei einer guten Freundin von mir und ihren Kindern. Die Kinder kennen sich, seit sie klein sind, und ich hoffe, sie kann dort ein bisschen abschalten. Nach der Verhandlung wollten wir in den Herbstferien wieder an die Ostsee fahren. Ob das bei den Benzinpreisen klappt, weiß ich nicht. Es ist ohnehin schon schwer genug, das alles irgendwie aufzufangen. Und dann muss ich auch noch zusehen, wie mein Kind wegen der Angst vor ihrer Schlägerin auf ganz normale Dinge verzichten muss. Das macht mich einfach nur noch fassungslos. Unsere Kinder sind nicht mehr sicher in diesem Land… #Kinderschutz #Gewaltprävention #Elternliebe