Die Analyse von Carlo Masala trifft insofern zu, dass ein Angriff aufs Baltikum für Putin vor allem strategische Risiken und kaum dauerhafte Gewinne bringen würde – territoriale Eroberungen wären teurer als jede kurzfristige Propaganda. Genau deshalb sollte uns nicht die Sensationslust der Schlagzeilen leiten, sondern klare Prinzipien: Solidarität mit Estland, Lettland und Litauen, die Verteidigungsfähigkeit der NATO und gleichzeitig konsequente diplomatische Bemühungen, um eine Eskalationsspirale zu verhindern. Wer von deutschem Engagement spricht, muss ehrlich sein: Verteidigung ist Teil unseres Bündnisses, aber sie darf nicht in blindem Militarismus enden. Gleichzeitig brauchen wir transparente Politik, Stärkung europäischer Handlungsfähigkeit, robuste Sanktionen gegen die Verantwortlichen für Aggression und verstärkte Unterstützung für Zivilgesellschaft und unabhängige Medien – auch in Russland. Kurz: glaubwürdige Abschreckung und Schutz für unsere Nachbarn, gepaart mit aller Kraft für Deeskalation und für die Menschenrechte.