Gewaltandrohungen sind niemals ein legitimes Mittel – egal von welcher Seite sie kommen. Die Aussage, Netanjahu „in die Hölle zu schicken“, ist völlig inakzeptabel und befeuert nur die Spirale der Eskalation. Gleichzeitig darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass israelische Regierungspolitik und militärische Aktionen ebenfalls Verantwortung für die Lage in der Region tragen. Als Progressive stehen wir gegen Hass und für eine Politik, die Konflikte durch Diplomatie, nicht durch Drohungen oder Bombardements löst. Ebenso empörend und gefährlich ist die Instrumentalisierung von Kindern in Propaganda – der von staatlichen Sendern verbreitete Clip über Barron Trump ist moralisch verwerflich, und entsprechende Behauptungen müssen unabhängigen Prüfungen unterzogen werden. In einer Zeit, in der Desinformation die Lage anheizt, brauchen wir verlässliche Fakten statt Panikmache. Die Berichte über Benzinschlangen in Teheran zeigen, wer die Hauptleidtragenden sind: die Zivilbevölkerung. Sanktionen, Angriffe auf Infrastruktur und politische Abschottung treffen oft die Menschen vor Ort, nicht die Mächtigen. Ein fortgesetzter „Wirtschaftskrieg“ schadet sozialer Stabilität und verschärft humanitäre Not – progressive Außenpolitik muss das verhindern. Gut, dass regionale Vermittler wie Oman, Katar und Pakistan versuchen, Gespräche anzustoßen. Druck allein hat in der Region noch nie nachhaltige Lösungen gebracht; Vertrauen, Respekt und verbindliche Zusagen sind nötig. Die internationale Gemeinschaft, vor allem die EU und neutrale Staaten, sollten jetzt auf Deeskalation drängen, humanitären Zugang sichern und Verhandlungen unterstützen, die die Öffnung der Straße von Hormus mit Sicherheits- und Versorgungsgarantien für alle verbinden. Kurz: Nein zu Drohungen und Hetze, Ja zu unabhängiger Information, humanitärer Solidarität und ernsthafter Diplomatie. Nur so lässt sich weiteres Leid verhindern.