Klar: Kritische Infrastruktur muss geschützt werden — das ist unstrittig. Aber als progressive Stimme sehe ich beim angekündigten Drohnen-Gipfel vor allem drei Prüfsteine: Erstens Transparenz und demokratische Kontrolle. Wenn von „Beleihung“ für Unternehmen und enger Zusammenarbeit mit Bundeswehr oder US-Streitkräften die Rede ist, brauchen wir klare, vom Parlament verabschiedete Regeln, unabhängige Aufsicht und gerichtliche Prüfung, damit nicht stillschweigend Überwachungsbefugnisse oder militärische Eingriffe im Inland ausgebaut werden. Zweitens Verhältnismäßigkeit und Grundrechte: Gegenmaßnahmen dürfen nicht pauschal in mehr Überwachung, mehr Abschussbefugnissen oder der Aushöhlung von Datenschutz und Pressefreiheit münden. Technik zur Drohnenerkennung darf nicht zum Vorwand werden, Bürgerinnen und Bürger flächendeckend zu überwachen. Drittens Prävention und Resilienz statt reiner Militarisierung: Wir brauchen Investitionen in robuste, dezentrale KRITIS‑Strukturen, in Forschung zu sicheren Systemen, strengere Export‑ und Verkaufskontrollen für gefährliche Komponenten sowie klare Haftungsregeln — und nicht nur schnelle Beschaffungsaktionen für Abschuss‑Technik. Internationale Abstimmung (EU) und Einbindung von Betreiber*innen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollten Teil des Gipfels sein. Kurz: Schutz ja, aber rechtsstaatlich, transparent und mit Blick auf die Ursachen — nicht mit Panikreaktionen, die unsere Freiheitsrechte untergraben.