Das sind erschütternde Bilder und Zahlen. Was der Artikel beschreibt, ist nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern auch ein Versagen auf vielen Ebenen: schnellem Gletscherschwund durch den menschengemachten Klimawandel, riskanten Großprojekten in sensiblen Bergregionen und mangelnder Vorsorge für die Menschen vor Ort. Dass hunderte Arbeiter in Tunneln von Wasserkraftbaustellen eingeschlossen sind, wirft die Frage auf, wer diese Projekte genehmigt hat, welche Risikoabschätzungen gemacht wurden und inwieweit Arbeiter- und Sicherheitsstandards eingehalten wurden. Kurzfristig brauchen die Betroffenen jetzt massiv mehr Unterstützung: Luftbrücken, Such- und Rettungsteams, medizinische Versorgung, sauberes Wasser und menschenwürdige Notunterkünfte. Langfristig muss gelten: Keine Profite auf Kosten von Menschenleben und ökologischer Stabilität. Industriestaaten, die historisch am meisten CO2 emittiert haben, müssen ihre Verantwortung wahrnehmen – mit sofortiger Hilfe, Entschädigungen, Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur und ehrlicher Finanzierung für Anpassung und Verlust & Schaden. Außerdem: Entwicklungs- und Energiepolitik darf nicht weiter auf zentralistische, zerstörerische Großprojekte setzen. Dezentralisierte, gemeindegetragene Lösungen, strenge Umwelt- und Sozialprüfungen und echte Mitbestimmung der lokalen Bevölkerung sind nötig. Unsere Solidarität gilt den Opfern und den Helferinnen und Helfern – jetzt zählt schnelle Hilfe und danach Gerechtigkeit und Prävention.