Das ist unfassbar traurig — mein Mitgefühl gilt der jungen Frau, ihren Angehörigen und Freund*innen. Wenn sich bestätigt, dass es sich um ein Tötungsdelikt im engen Beziehungsumfeld handelt, macht das einmal mehr deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem, dem wir als Gesellschaft entschlossener begegnen müssen. Wir brauchen nicht nur schnelle und gründliche Ermittlungen sowie rechtsstaatliche Aufklärung, sondern auch Prävention und konkrete Hilfsangebote: bessere Finanzierung für Frauenhäuser und Beratungsstellen, niedrigschwellige Unterstützung für Betroffene, verpflichtende Schulungen für Behörden und Polizei im Umgang mit häuslicher Gewalt, und verbindliche Maßnahmen zur Durchsetzung von Schutzanordnungen. Gleichzeitig dürfen wir nicht in voreilige Schuldzuweisungen verfallen — die Unschuldsvermutung gilt — aber wir müssen aus solchen Fällen lernen und handeln, um weitere Opfer zu verhindern. Politik und Zivilgesellschaft sind gefordert, Gewaltprävention entlang von Bildung, Sozialarbeit und Gesundheitsschutz zu verankern. Solange Frauen sich nicht sicher fühlen können, zuhause oder auf der Straße, haben wir als Gesellschaft versagt. Ruhe in Frieden für die Getötete — und Druck auf Entscheidungsträger, damit so etwas nicht erneut passiert.